THEATER & nedelmann
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Die Zweigroschenoper

Bertolt Brecht sitzt wie auf Kohlen. Er soll zur Eröffnung des Theaters am Schiffbauerdamm ein Stück liefern. Zwar hat er jede Menge Projekte auf seinem Schreibtisch liegen, aber was jetzt gefragt ist, ist Unterhaltung. „Niveauvolle Unterhaltung, aber Unterhaltung. Boulevard. Seifenoper. Mit Witz und Musik, am besten noch Tanz. Gesellschaftskritisch, aber nicht

zu scharf. Die Qua-dratur des Kreises.“ In dem Moment kommt seine Mitarbeiterin (und Geliebte) Elisa-beth Hauptmann aus London und bringt das Stück „Die Bett-leroper“ von John Gay mit.

 

Sie erzählt vom berüchtigten Londoner Räuber und Frauenheld Maceath, der heimlich Polly, die Tochter des Hehlerehepaars Peachum, geheiratet hat. Und beim Erzählen bleibt es nicht. Mit Inbrunst spielen Brecht und Hauptmann die verschiedenen Rollen und singen und… Nein: sie tanzen nicht. Oder doch?

Die Bettleroper von John Gay ist ein Stück, das nicht alt zu werden scheint. Es handelt von Geld und Macht, Liebe und Eifersucht, von Gaunern, die am Galgen enden und Gaunern, die sie an den Galgen bringen...

Dario Fo, Rainer Werner Fassbinder, Vaclav Havel und natürlich Bertolt Brecht mit seiner „Dreigroschenoper“: alle haben sie von John Gay abgeschrieben.

Man könnte es auch so fassen: Als John Gay im Jahre 1728 seine Bettleroper schrieb, nahm er ein Suhrkamp-

Taschenbuch und schrieb zum großen Ärger der Brechterben die Dreigroschenoper ziemlich wörtlich ab. Das haben sie ihm bis heute nicht verziehen. Wir hingegen freuen uns. Sollen die Tantiemenhaie doch be John Gay

anklopfen.

 

- Siehst du den Mond über Soho?

- Bei vollem Mond spricht man nicht.

 

° Ein höchst vergnügliches Schauspiel mit Musik

° von John Gay und Oliver Nedelmann

 

 

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