THEATER & nedelmann
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Joe

Ein Stück aus dem Himmel

 

Joe war das, was wir etwas verschämt „Original“ nennen. Joe schob lange beim Toom-Markt in Dietzenbach die Einkaufswagen zusammen, Joe stand bei fast jedem Konzert in der Gegend neben der Bühne und spielte Luftgitarre, Joe liebte es auf Baustellen mitzuarbeiten, und man ließ ihn. Und Joe trug immer eine schwarze Perücke.

Vielleicht lächelte man über ihn, man war auch mal genervt, wenn er einen zutextete, aber er war trotzdem überall gerne gesehen, bekam sein Bier oder Kaffee, und man ließ ihn sein.

Joe starb 2018, er wurde 70 Jahre alt.

 

Der „Joe“ des Theaterstücks wird natürlich ein fiktiver Joe sein. Ja, er wird eine Perücke tragen, ja, er wird Luftgitarre spielen und gerne auf Baustellen arbeiten, aber es geht nicht darum, biographisches Theater zu machen, sondern eine Bühnenfigur zu schaffen, die erzählen kann, aber anders als wir „Normalos“, die eine andere Wahrnehmung von Wirklichkeit hat als wir, wo Ursachen einfach anders wirken.  

 

Das Theaterstück „Joe“ wird ein Volksstück sein. Ein Volkstück, weil es vom Volk erzählt, von den kleinen Leuten, von denen, die sonst in offiziellen Reden und Gedenkschriften außen vor bleiben. Und es wird ein Volkstück sein, weil einer aus dem Volk erzählt, einer, der nicht alles weiß und erklären kann, der Antworten gibt auf Fragen, die niemand gestellt hat, und Dinge fragt, auf die es keine Antworten gibt.

Und er erzählt von kleinen verborgenen skurrilen Geschichten, die in seinen Heimatorten im Laufe der letzten Jahrzehnte passiert sind.

Und eins ist sicher: Joe hätte den Gebrauch von Masken geliebt.

 

 

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